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GrundsätzeDer KundeDie unglaubliche Verbreitung des PC's und die hervorragende Benutzerfreundlichkeit heutiger Computersysteme seit der revolutionären Einführung von graphischen Benutzeroberflächen haben eine immense Erwartungshaltung erzeugt. Dies hat dazu geführt, dass nach der Entscheidung, ein Software und/oder Hardware Projekt zu starten und die Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, eine gewisse zügelose Begeisterung ausbricht, und Fantasievorstellungen von einer eierlegenden Wollmilchsau, die außerdem noch alle Schönheitswettbebwerbe gewinnen wird, um sich greifen. Das eigentliche Ziel, oder das ursprüngliche Problem, wird dabei gerne aus den Augen verloren. Denn alle Ziele werden sowieso nebenbei erreicht, alle alten Probleme und auch unbekannte Neue sind nach Fertigstellung sowieso gelöst und den Verantwortlichen und allen Beteiligten erwarten Ruhm und Reichtum. Selbstverständlich ist diese Darstellung überzogen, aber es geht mir um die Verdeutlichung eines schwierigen Konflikts. Der Konflikt zwischen den Träumen zu Beginn eines Projektes und der machbaren und vor allem bezahlbaren Realität. Die Auflösung dieses Konflikts kann nur gelingen, wenn sich Auftraggeber und Auftragnehmer zu Beginn, noch bevor über irgendwelche Details der Implementierung geredet wird, die Zeit nehmen, eine überaus genaue Analyse des Ist- und des Soll-Zustandes vorzunehmen. Alle Anforderungen müssen priorisiert werden um eine inkrementelle Vorgehensweise zu erlauben. An diesem Pflichtenheft, in dem es möglichst keinerlei unklare oder oberflächlichen Formulierungen geben sollte, wird das Ergebnis in erster Instanz gemessen. Man sollte meinen, dass wäre selbstverständlich, und die Betonung vollkommen unnötig. Die Realität sieht anders aus. Die Aufgabe des Auftragnehmers ist es nun, den Kunden davon zu überzeugen, dass es für Ihn besser ist, zuerst mit weniger zufrieden zu sein. Mit dem Wenigen was ausreicht, die Aufgabe zu lösen und das eigentliche Ziel zu erreichen. Der erste, oft schwierige Schritt ist, das "eigentliche Ziel" zu formulieren. Wenn das nicht gelingt, ist die Gefahr zu scheitern gross. Hinzu kommt, dass der Auftraggeber bereit sein muss, auch für diese für Ihn vermeintlich unproduktiven Tätigkeiten Zeit und Mittel einzuplanen. Das Wissen darüber, dass Softwareentwicklung nur zu einem recht geringem Teil aus programmieren besteht, bedeutet noch nicht, dass die eigentlichen Kosten auch bewusst sind.
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17.05.2004 |
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